Schatten und Licht am ersten Wettkampfwochenende 2018

Im Jerichower Land wurde es für uns der erwartet schwere Gang gegen Biederitz. Zwar konnten wir 3:1 in Führung gehen, weil Doppel 3 und Benno gegen Dietrich jeweils hauchdünn im fünften Satz triumphierten. Aber entgegen der sonstigen Gewohnheit patzte dann Carlos bei seiner Premiere als Mühlbach. Er hatte als bester Spieler der Vorrunde sowohl mit seiner Favoritenstellung zu kämpfen als auch mit dem Plastikball der neuesten Generation, welcher die Aktionen mit dem Anti deutlich entschärft. Am Ende kam dann auch Frust hinzu, als Kulczycki ein ganz hohes Level spielte und hielt. Insgesamt stand der Auftritt unter dem Namen seiner Angetrauten unter keinem guten Stern.

Jedenfalls konnte im ersten Durchgang lediglich noch Michal für uns punkten, der Lesnicki noch hauchdünner in fünf Sätzen bezwingen konnte, während Andriy, Udo und ich mehr oder minder sang- und klanglos unterlagen und nach drei Sätzen gratulieren mußten. Das obere Paarkreuz brachte uns dann jedoch 6:5 in Front (Benno in fünf Sätzen, aber nicht ganz so knapp wie zuvor). Michal legte gegen Nachwuchsass Heyden nach. Anschließend hatten allerdings Lesnicki und Huszti uns schnell abgefrühstückt, und Udo lag gegen Osbar bereits 0:2 im Hintertreffen. Mit einer fantaktischen Leistung drehte er das Spiel aber noch, und dank der blitzsauberen Bilanz von 5:0 in den Fünfsatzspielen des Tages gingen wir doch mit einer Führung ins Schlußdoppel. Hier mühten sich Carlos und Michal zum Gewinn des ersten Satzes, und es sah danach aus, daß sie nun das Match im Griff hätten. Jedenfalls führten sie deutlich im zweiten Satz, so daß ich die Gelegenheit für günstig hielt, den aufkommenden Hunger, der mir mit den mitgeführten Bananen nun nicht mehr ausreichend tilgbar erschien, mit einem Paar Wiener von der Restauration zu bekämpfen. Mit jedem Bissen kamen die Biederitzer aber immer näher heran. Als nur noch das dazu gereichte Weißbrot übrig war, betrug der Spielstand nur noch 8:7. Wie so oft nach Konzentrationslücken wollte Carlos es dann erzwingen und riskierte dann buchstäblich alles auf einen hohen, aber kurzen Ball, der ihn auch geringfügig auf dem falschen Fuß erwischte. Beim Versuch des Vorhandtopspins "touchierte" er die Tischkante. Es gab einen Knall, aber es wirkte zunächst unspektakulär wie ein normaler Schlag gegen den Tisch wie er ab und zu mal vorkommt. Ich dachte im ersten Augenblick, nach zwei bis drei, vielleicht fünf Minuten Pause würde Carlos weitermachen können. Nachdem Carlos den Schmerz offensichtlich jedoch nicht abschütteln konnte und dieser nach ca. 30 Sekunden ganz im Gegenteil erst richtig einsetzte, war bald klar, daß es schlimmer und an ein Weiterspielen nicht zu denken war.

Auf unangenehme Art und Weise kamen die Gastgeber so zu einem Punkt, der andererseits vom Spielverlauf her auch nicht als unverdient einzuschätzen ist. Da sie im Anschluß auch Börde Magdeburg noch mit 9:0 abgefrühstückt haben, befindet sich Biederitz nun in recht sicherem Fahrwasser, was die Gefahr des Strandens auf einem Abstiegsplatz anbelangt. Wir allerdings machten uns schon zumindest leichte Sorgen, ob es nun für uns noch eng werden könnte, wenn Carlos vielleicht länger ausfällt und auch Manuels Rückkehr und Form fraglich sind. Roch es doch danach, daß wir am Sonntag auch gegen Schlußlicht Annaberg Federn lassen würden.

Zu allem Überfluß meldete Udo sich am Sonntag gegen 8.00 Uhr nicht einsatzfähig. Herzlichen Dank an Denis, der kurzfristig eingesprungen ist, auch wenn er nichts Zählbares beisteuern konnte. Ansonsten war es aber eine ganz starke Mannschaftsleistung, die ohne Drei ein 9:4 gegen die Erzgebirgler ermöglichte. Die Gäste selbst konnten ihr Niveau aus dem Hinspiel nicht abrufen und somit die einmalige Chance nicht nutzen.

Nach dem gemeinhin üblichen 1:1 nach den ersten Doppel sorgten erstmal Vater und Sohn Mindergasov im dritten Doppel für den ersten Dämpfer, indem sie Nimtz und Wunderlich in drei Sätzen demontierten. Benno erhöhte knapp in vier Sätzen gegen Vesely und Michal ganz stark gegen Wasik auf 4:1. Ich glaubte an meine Chance gegen Sacher bei Heimvorteil, der zudem auch einen eher schlechten Tag erwischte, und durfte das 5:1 markieren. Andriy in die Mitte aufgerückt glich zwar furios aus zum 2:2 in den Sätzen gegen Wunderlich, war im Entscheidungssatz allerdings zu passiv und statisch. Unten wurde Meier-Knietzsch seiner Favoritenrolle gegen einen ob des generellen Durcheinanders bei den Bällen und ihren Eigenschaften hadernden Denis gerecht, doch Valentin sorgte für das 6:3 mittels feiner Vorstellung gegen Nimtz. Benno verlor gegen Wasik jedoch nach 1:0 in der Mitte des zweiten Satzes den Faden, und der Tscheche wurde immer besser, so daß Benno am Ende ratlos und als Verlierer zurückblieb. Der am Wochenende allerdings bärenstarke Michal ballerte sich nebenan mit Vesely die Bälle um die Ohren und konnte ihn in vier Sätzen in Schach halten: 7:4. Es folgten zwei Siege in der Mitte zum 9:4.

Das hört sich deutlich an, aber in diesen beiden Einzeln war der Spielverlauf eng, und wenn auch nur eines verloren gegangen wäre, wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, uns im Schlußdoppel mit ungewissen Ausgang wiederzufinden.


Nach den Ergebnissen vom Wochenende besteht auch, sollten wir selbst auf Dauer ein großes Lazarett darstellen, keinerlei Abstiegsgefahr mehr. Bleibt der Rest der Rückrunde mehr oder weniger Schaulaufen. Wann Carlos wieder aktiv sein kann, ist derzeit noch nicht klar. Sicher ist bisher, daß er zum Heimspiel gegen Beendorf in zwei Wochen noch nicht wieder fit sein wird.