Saisonfinale und Abschiedsspiel

Am Wochende vor Ostern empfingen wir die Truppe von Stahl Blankenburg. Diese hatte sich nach Niederlagen in Hettstedt im Februar und eine Woche zuvor gegen Beendorf aus dem Rennen um Platz 1 verabschiedet und angesichts des aktuellen Laufs des weitgehend ausgeglichenen Hettstedter Teams auch kaum mehr Aussichten auf den möglicherweise noch interessanten zweiten Platz. Für uns ging es auch um nichts weiter bei unserem Saisonabschluß, zu dem es nun schon Ende März gekommen war, weil wir Mitte April wegen des Rückzugs von Schlotheim nicht mehr dorthin zu reisen haben. Es galt also lediglich, ein paar spannende Matches zu erleben und Benno würdevoll zu verabschieden.

2013 begann in unserer Halle ja seine Karriere in den etwas höheren Spielklassen, als wir unser Jahr in der Sachsenliga einlegten. Damals noch im Trikot seines Freiberger Heimatvereins lief er auf als Ersatzspieler. Wir hatten mit J. Böhm gerechnet, sie kamen mit B. Oehme, der gleich mal Enrico Maisl besiegen konnte, aber Andriy unterlag. Ein erfolgreicher Ausstand aus der Oberliga sollte insofern gelingen, daß ihm ein Einzelerfolg gegen Kartuzovs gegönnt war.Ansonsten, wie sollte es anders sein in dieser Saison, gab es wieder mal eine ganz enge Begegnung, die schließlich wie im Hinspiel 8:8 endete. Und es war eine Marathonbegegnung: Bis 17.45 Uhr ging es, nachdem der Spielbeginn sich wenige Minuten verzögert hatte, da sich der nicht aus Tschechien stammende Mannschaftteil der Gäste wegen Staus erst um halb eins in der Halle eingefunden hatte. Bedingt durch sieben Spiele, die erst im fünften Satz entschieden wurden, und diverse intensiv geführte Viersatzspiele wurde es dieser lange Nachmittag. Ich bekam gleich noch Ärger, weil ich die Sippe um 17.00 Uhr zum Abschlußessen bestellt hatte und dann angesichts hungriger Kinder erklären mußte, daß
das letzte Einzel noch läuft und danach auf jeden Fall noch Schlußdoppel gespielt wird.
Stunden vorher gingen wir aus den Auftaktdoppeln mit 2:1 hinaus, und dieser Vorsprung von einem Punkt wurde im ersten Einzeldurchgang verteidigt durch Siege von Nummer Eins, Drei und Fünf. Während Udo mit Schuck nur im dritten Satz Probleme hatte, mußten Carlos und Michal über die volle Distanz. Carlos hatte gegen Kartuzovs nach 2:0 noch zu kämpfen, bevor er 12-10 im Fünften abdichten konnte. Bei Michal war Satz vier der Knackpunkt, als Kudrna mehrere Matchbälle nicht nutzen konnte. Danach hatte der junge Tscheche seinem älteren Landsmann nichts mehr entgegenzusetzen und ging mit 4-11 im fünften Satz vom Tisch. Carlos und Benno erhöhten oben erstmal auf 7:4. Doch anschließend setzten sich erstmal die Blankenburger durch. In der Mitte unterlagen Michal und ich knapp in fünf bzw. in vier sätzen. Udo fand kein Mittel gegen Gomes-Carvajal. Erik brachte uns gegen Schuck allerdings wieder in Führung. Im Schlußdoppel sah es schon so aus, als wären Carlos und Michal nach dem ersten Geplänkel auf der Siegerstraße, Hanl/Udra fanden ab Durchgang vier immer besser ins Spiel und sicherten wie schon im Hinspiel im Harz den Blankenburgern das Unentschieden. Nach dem Spiel offenbarte Michal dann, daß er mit einem Zeh gespielt hat, den er sich zwei Tage zuvor beim Toben mit seinem Sohn gebrochen hatte. Das erklärte a posteriori, warum ich zwischendurch den Eindruck hatte, daß er an diesem Tag wenig umgelaufen ist, um mit Vorhand den Abschluß zu suchen, und im Doppel nicht ganz frei aufspielte.
Während wir uns an allerlei Schmackhaftigkeiten labten, mußten die Gäste ja noch ins Erzgebirge. Dem langen Tag hatten sie am Ende in Gornsdorf auch noch mal Tribut zu zollen. So stellte sich das Wochenende jedenfalls aus ihrer Perspektive dar:
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Ansonsten fällt mir ein detailliertes Fazit der Saion gerade schwer, da wir mit den Gedanken gleich und viel bei der Vorbereitung der kommenden Saison waren und sind. Die Zahlen sprechen aber für sich. Zehnmal Schlußdoppel! 1-3 sehr stark, von 4-6 teilweise am Limit. Daß es dennoch und trotz Verletzungen für ein positives Punktekonto gereicht hat, kann man durchaus der zufriedenstellenden Doppelbilanz zuschreiben.  
Man kann ferner sagen, Carlos wie immer überragend. Benno wie immer im Frühjahr stärker als im Herbst. Aber definitiv ist festzustellen, daß das Training in Düsseldorf Früchte trägt. Mal schauen, welches Level er noch erreichen kann. Gerne darf er nach seinen Ausflügen in die höchsten Ligen in Jahrzehnten wieder bei uns spielen. Michal ist sportlich wie menschlich auch eine Bereicherung und hat auch oben, als Carlos verletzt war, seine Spiele gewonnen. Oder etwa andersrum? Hat auch in der Mitte seine Spiele verloren. ;) Vor allem auch im Doppel wegen hoher Qualität auch bei sicheren Schlägen eine Bank. Andriy und Erik als gemeinsame Nummer 6a und dann auch Valentin standen stets bereit, wenn sie gebraucht wurden. Dank an dieser Stelle und dieses auch an Jakob und Denis, die auch mal eingesprungen waren. Daß die Liste der Ersatzspieler nicht länger gewesen ist, verdanken wir dem Umstand der neuen Regel, daß die Einsätze pro Ersatzspieler nicht mehr begrenzt sind. Udo bekam zu spüren, daß das Niveau im unteren Paarkreuz auch noch mal etwas angezogen hat, wo Leute aufgelaufen sind, die sonst auch oben gespielt haben. Ich konnte mittig ab und an mal was gewinnen. Rückrundenleistung war eigentlich okay, und zwei bis drei Siege wären mehr drin gewesen. Leider sieht es so aus, als würde ich um einige Einsätze in diesem Paarkreuz auch nächste Saison nicht herumkommen. Manuel wünschen wir, daß sich der Arm wieder erholt und er an neuer Wirkungsstätte bald wieder sinnvoll an den Ball hauen kann. Angenehme Sommerpause...