Home sweet home

Nach dem Punktgewinn gegen Hettstedt zum Auftakt der Rückrunde passte ich in den nächsten Spielen. Den Thüringentrip (Jena II und Erfurt) mußte ich auslassen, da der Nachwuchs das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen einen Magen/Darm-Erreger eingeschleppt hatte. Und beim Dessau-Match stand ein 40. Geburtstag an.



Ich gebe zu diesen Begegnungen Auszüge von SMS als Zusammenfassung zur Kenntnis.

Samstag 09.02. - 21:08
Hallo Andreas how are you? We win 9:4 Carlos 2,5, ich 1, michal 2,5, Jiri 1 Nadim 0,5, Udo 1,5 Super no???? Come oon :)

Samstag, 09.02.- 23:20
Hallo Nacki, Sind jetzt im Hotel - alles gut vor allem nach dem Sieg. Vielleicht gelingt uns morgen uns noch ein Coup. Noch ein bißchen Dehnen und dann ins Bett.

Sonntag 10.02. - 11:30
Franke leicht verletzt, spielt aber wohl.

Sonntag 10:02. - 15:34
9:7 verloren - Nadeem schlägt Meyerhof und ich Böhme. Micha heute ohne Einzelsieg. Jiri gewinnt gegen Carl. Aber nur ein Doppel reicht nicht. Aber zwei Punkte sind okay. Fuß wird morgen kein Spaß.

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Samstag 23.02. - 21:14
Schon nach neun und kein Ergebnis online? Macht mir keine Angst!

Samstag 23.02. - 22:41
Das war heute ganz knapp und ätzend. Nach 5:3 Rückstand noch 9:6 gewonnen - Bälle und Platten echt gewöhnungsbedürftig. Zum Glück gerade noch gewonnen. Es bleibt bis zum Schluss spannend.

Samstag 23.02. - 22:45
9-6 für uns es war sehr klapp

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Nun zu den aktuellen Geschehnissen:

Vorgestern ging es erneut nach Thüringen, diesmal in den Thüringer Wald in voller Stärke gegen Zella-Mehlis. Was uns dort widerfuhr, habe ich dieser Form noch nicht erlebt. Manchmal ist ein Gegner einfach von vornherein übermächtig, und es gibt auf die Mütze. Wenn man zum Beispiel gegen den Abstieg spielt und die Mannschaft zu Gast ist, welche auf jeder Position 100 TTR-Punkte mehr aufweist und verlustpunktfrei Meister wird. Sowas kennt man. Aber gegen ein Team, das man in der Hinrunde noch besiegt hatte, so eine Abfuhr. Das habe ich, wie gesagt noch nicht erlebt. Dabei führen wir anfangs gar 2:1 nach  Doppeln, sind jedoch anschließend in den Einzeln komplett sieg- und weitgehend chancenlos, wobei wir uns keinen einzigen Matchball erspielen und sage und schreibe nur drei Sätze gewinnen. Michal konnte sein Match gegen Urbanski halbwegs ausgeglichen gestalten und holte wenigstens einen Satz. Udo verlor ganz knapp in fünf Sätzen gegen Wünsche. Die übrigen Einzel waren alles Klatschen mit 3:0, mit Abstrichen auch Carlos gegen Wong. Mit dem ein oder anderen Aufschlagfehler weniger und dem vielzitierten Quentchen Glück mehr, holt Carlos vermutlich einen der ersten beiden Sätze, und dann sieht es vielleicht anders aus. Aber auch der beste Spieler der Liga ist mal vergleichsweise indisponiert, muß so aber diesen Titel erstmal an die Eins der Gastgeber (Antoni Witkowski) abgeben. Wir hatten im Kollektiv sehr große Probleme im Aufschlag und Rückschlag und kamen demzufolge kaum in die Ballwechsel. Betrachtet man die Einzelfälle könnte man hie und da auf individueller Ebene noch dies und das anführen, was die schlechte Leistung miterklären könnte, aber insgesamt war es ein no show. Naja, in der Gegend hat schon so mancher Weltklasseathlet einen schwarzen Tag erwischt und einige Fahrkarten geschossen. Ein Wunder, daß wir überhaupt zwei Doppel gewinnen konnten. So entschieden eben die zur Begrüßung erwähnten Faktoren Heimvorteil und Tagesform die Kiste.

Anreise und Rückfahrt dauerten selbst für den Dresdner Mannschaftsteil somit länger als das Auswärtsspiel. Auf eben jener Rückfahrt plagten uns dann Sorgen, was es denn am nächsten Tag gegen Hohenstein-Ernstthal geben solle. Ob wir TT, so wir es überhaupt jemals beherrschten, nunmehr verlernt hätten. Manch einer sah auch den Klassenerhalt noch in Gefahr. Aber von vier verbleibenden Partien - und drei davon daheim - würden wir doch sicher noch eine gewinnen können?

Das gelang dann tatsächlich am Sonntag. Home sweet home halt. Noch nie galt dies mehr als in dieser Saison, denn noch nie hatten wir auswärts mehr Probleme und unsere Gäste mehr Schwierigkeiten bei uns. Zum wiederholten Male in der Rückrunde gingen wir mit 2:1 in Führung. Zum wiederholten Male siegten Carlos und Michal mit Mühe, machten Patrik und Udo eine gute Figur, ohne sich schließlich mal mit einem Sieg gegen das Einserdoppel belohnen zu können, holten Jiri und ich das dritte Doppel in fünf Sätzen. Danach präsentierte sich Carlos wieder wie gewohnt, während Patrik verlor. Wo Michal gegen Grossu mit Vorhand hinlangte, wuchs kein Gras mehr. Jiri lieferte ein starkes Spiel gegen Baron, mußte aber nach Auslassung eines Matchballs im fünften Satz gratulieren. Die anderen knappen Spiele kamen aber zum Glück für uns. Für eine gewisse Vorentscheidung durften wir unten sorgen und auf 6:3 stellen. Carlos bezwang auch NNM, und Patrik brachte uns mit einem hauchdünnen Triumph über Koschmieder auch endgültig auf die Siegerstraße. In der Mitte schlugen die Gäste allerdings erstmal zurück. Gegen das von Variabilität und hochqualitativen Schlägen geprägte Spiel von Baron konnte Michal kaum mal die rohe Gewalt seiner Vorhand einsetzen. Und im Match Volek-Grossu hatte Jiri erstaunlich viele Probleme beim Rückschlag dafür, daß beide wöchentlich miteinander trainieren. Udo wackelte nach 2:0 noch kurz gegen Hornbogen, ließ aber am Ende doch nichts mehr anbrennen und besorgte den Endstand von 9:5.
Da Biederitz am Wochenende zweimal verlor, haben wir drei Spiele vor Schluß den Klassenerhalt schon in der Tasche. Das ist angesichts der Ausgeglichenheit der Liga ganz ordentlich, und wir können es nun gemütlich ausklingen lassen, wollen aber gleich Ende März versuchen, uns für die Hinrundenniederlagen in Gornsdorf und in Altenburg zu revanchieren.

So sahen es die Gäste vom Sachsenring:

https://www.svsachsenring.de/abteilungen/tischtennis/spielbericht/zweite-mannschaft-muss-in-dresden-unglueckliche-niederlage-hinnehmen

Zella-Mehlis scheint noch zu feiern...

...und schrieb inzwischen dies:

http://tischtennis-in-zella-mehlis.de/dem-klassenerhalt-nahe/