Ausblick Oberliga 19/20

Die Ferien neigen sich dem Ende. Die Sonne neigt dazu, abends schon wieder früher am Horizont zu verschwinden. Und ich verspüre, nachdem es mich im Urlaub noch angenehm juckte, wo der Alltag einen nun wieder hat nach nunmehr fünf absolvierten Kegeleinheiten eher nur noch vergleichsweise reduzierte Neigungen. Aber hilft ja nichts. Die Aufstellungen sind ja auch schon ein paar Wochen veröffentlicht, und so manifestiert sich, was man beim Überfliegen der Wechsellisten schon vermuten konnte.


Die Liga ist nicht schwächer geworden, und für die sächsischen Teams wird es hart, mit Ausnahme von Hohenstein-Ernstthal 2, die sich insbesondere durch den tschechischen Altinternationalen Cecava nochmals verstärkt haben und vorne mitspielen wollen und werden.
In Richtung Regionalliga verließen uns die Altenburger als Meister und die DJK Biederitz, was uns ein wenig wenig verwunderte, da sie eigentlich in die Verbandsliga von Sachsen-Anhalt abgestiegen waren. Aber die Regularien erlaubten offensichtlich einen Spielklassentausch mit Medizin Magdeburg. Habe ich in der Form in mittelhohen Klassen so noch nicht erlebt und empfinde es auch als etwas befremdlich.
Von oben kam nichts herab, so daß nur die drei Meister der jeweils höchsten Liga des jeweiligen Bundslandes neu in die Liga kommen. Neu paßt dabei nicht so ganz. Dies sind nämlich altbekannte Vereine. Börde Magdeburg mischt nach einem Jahr Abstinenz wieder mit. Bei Zeulenroda und Burgstädt ist es schon etwas länger her, jedenfalls so lange, daß ich es nicht sicher innerhalb von wenigen Minuten aus dem Gedächtnis rekonstruieren könnte. Nachgucken will ich aber auch nicht.
Personell haben sich die Teams natürlich auch verändert. Burgstädt spielt zumindest für mich zum ersten Mal ohne P. Klimant, der den Verein in Richtung Mittweida verlassen hat. Aber auch unabhängig von dieser Personalie sind sie Abstiegskandidat Nummer 1, da ihnen die im vorderen Paarkreuz notwendigen Kracher fehlen.
Gut verstärkt vor allem mit Ali G. wird Börde mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Bei Zeulenroda ist abgesehen von Steffen Wagner niemand mehr aus der damaligen Truppe dabei. Gleichwohl war er zwischendurch auch schon woanders aktiv. Bis auf das obere Paarkreuz kennen wir auch seine Mitstreiter bereits aus Duellen mit ihren früheren Vereinen. Völlig umgekrempelt hat es Zella-Mehlis, wo vom Team des letzten Jahres nur noch Urbanski übrig ist, welcher, könnte man meinen beim Blick auf die Aufstellung, hauptsächlich für die Rekrutierung der neuen Kräfte verantwortlich gezeichnet haben könnte. Von den Neuzugängen kennen wir keinen, so daß eine finale Einschätzung schwer fällt. Klar ist nur, daß Zella-Mehlis mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird.
Dank Familie Wandachowicz hat sich der MSV Hettstedt auch noch mal verstärkt. Somit verfügen sie über einen starken Spitzenspieler, sind dahinter gewohnt böse ausgeglichen, nur bleibt es fraglich, ob Wandachowicz junior nicht die Achillesferse im Kampf um den sonnigsten Platz darstellen könnte, denn auch dessen Spielstärke ist derzeit von uns überhaupt noch nicht beurteilbar. Wie bei Hettstedt wird auch in Erfurt einiges von einem bis dato unbekannten und vermutlich jungen Polen abhängen i.e. Kamil Kaczmarek. Schlägt er ein, kann sich Erfurt ins obere Mittelfeld orientieren. Kommt er in der Mitte nicht so klar, darf in Erfurt ansonsten nicht so viel schief gehen, um nicht vielleicht in unangenehmere Tabellenregionen zu geraten. Schott Jena 2 ist nicht mehr ganz so der Prototyp der Ausgeglichenheit wie letztes Jahr, aber in jedem Paarkreuz wenn auch nicht überragend so doch ordentlich besetzt. Sie sollten daher die Referenzmannschaft für Platz fünf und sechs sein. Wenn es mit rechten Dingen zugeht, streiten wir uns dann mit Gornsdorf um den Relegationsplatz. Fazit: Die Liga hat noch einmal zugelegt. Auch wenn Burgstädt stärker ist als Dessau, erscheint sie durch ersteren Umstand etwas weniger ausgeglichen als letztes Jahr, und es wird sich je nach Form vermutlich eine Spitzengruppe herausbilden. Dennoch werden wieder einige Ergebnisse von der Tagesform und dem Heimvorteil abhängen. Stichwort Heimvorteil: Hoffentlich wird es sich in dieser Beziehung nicht rächen, daß wir nun auch auf die neuen Plastikbälle umgestiegen sind und nicht mehr den M1 verwenden. Zugegeben, es war schwierig, von diesen noch eine ausreichende Anzahl in annehmbarer Qualität zusammenzukratzen. Aber mit denen hatte ich wenigstens das Gefühl, überhaupt mal die Chance auf einen Punkt zu haben, wenn ich ihn brauchte. Ganz davon ab, daß er auch für Udo und Carlos nicht verkehrt war.