So sehen Sieger aus...

...und Meister und Aufsteiger.

Im Showdown um Titel und Aufstiegsrecht in der Landesliga Staffel 1 setzte sich die 2. Herrren denkbar knapp mit 9:7 gegen Großnaundorf durch.

So sehen Sieger aus...

Nachdem die Zweite im März zweimal gepatzt hatte und dank der bis dato perfekten Rückrunde der Gäste, kam es zu einem echten Endspiel, in dem die Großnaundorfer abgesehen vom Heimrecht die Trümpfe in der Hand hielten, hätte ihnen doch ein Unentschieden gereicht. Dresden II hingegen mußte gewinnen. Zum Glück wurden am Nachmittag zum Aufgalopp die Absteiger aus Bautzen mit 12:3 hoch genug besiegt, auf daß auch ein hauchdünnes 9:7 am Abend den ersten Platz sicherstellen würde. Und so sollte es auch sein. Am Ende stehen Dresden II und Großnaundorf jeweils mit 29:7 Punkten vorne, aber Dresden eben ganz oben wegen eines Vorteils im Spielverhältnis mit +75 gegenüber +70.

Für die Großnaundorfer natürlich ein enttäuschender Abend, zumal sie den besseren Start erwischt hatten. Ich konnte leider nicht früher und erschien beim Stand von 2:4 in der Halle, wie Nadeem zu berichten wußte, der mir im Eingangsbereich als Erster begegnete. Er schob aber nach, daß Moritz wohl gleich das 3:4 besorgen werde. Und so sah es auch wirklich aus bei 2:1, als er sich auch ein paar Matchbälle im vierten Satz erspielte. Es folgten aber fünf Fehler mit der Vorhand und der Satzausgleich. Vielleicht ein bißchen viel Risiko, aber auch ein wenig Pech, wenn man bei Matchball zweimal Netzkante und raus zieht. Im fünften Satz zeigte er jedoch weiter ein gutes Spiel, behielt die Nerven und wir hatten bei 10:7 ja noch die Auszeit, um zu verhindern, daß sich die Ereignisse wiederholen würden. Michael hatte nebenan gegen den unten bärenstarken Vavak nur im zweiten Satz Chancen. Ein Schlüsselspiel war nun, daß Nadeem gegen den unorthodox agierenden Fuchs 3:2 gewinnen konnte. Für alle, die ihn nicht kennen, noch mal eine kurze Schilderung. 99,47% der Schläge werden mit Rückhand ausgeführt (wenn wir die Aufschläge außen vor lassen). Die Vorhand wird nur eingesetzt, wenn es nicht anders geht, und dann auch nur zum Schupfen. Topspin ist nicht existent. Aus dem Schieben heraus werden allenfalls mal hohe Bälle mit Rückhand geschossen und auch das selten. Dafür gibt es sichere und eklige Blocks und unten eine gut positive Bilanz. Insofern für einen jungen Kerl wie Nadeem doppelt stark, daß er das gewonnen hat. Möchte aber kritisch auf zwei Punkte hinweisen, auch wenn es viel mit dem schnellen Wachstum zu tun hat: An der Vorhand muß er arbeiten. Und die Art Alibigrundstellung kann man, sagen wir ab 35 bringen, jedoch nicht mit 12 als ambitionierter Jungspund.

Im Duell der Spitzenspieler ließ Erik den ersten Satz liegen. Zwar konnte er noch ausgleichen, konnte sich aber gegen den kämpferischen Pfleger nicht mehr entscheidend steigern. Robert stellte gegen Stuhlmacher allerdings wieder souverän den Anschluß zum 5:6 her. Viele hätten wohl dennoch nicht mehr auf einen Erfolg gewettet. Dann sorgte aber die Mitte, die heute ein perfektes 4:0 hinlegte, für die Trendwende. Während Moritz Schäfer mit starker Leistung sicher in Schach hielt, mußte gegen Fialka auch Andriy über die volle Distanz gehen. Das war sicherlich das Match mit den intensivsten Ballwechseln, die glücklicherweise zumeist Andriy auch aus der Bedrängnis für sich entschied. Unten zeigte sich Michael gegen Fuchs gut sortiert und siegte 3:1. Vavak erwies sich erwartungsgemäß auch als zu stark für Nadeem, so daß dem Ereignis angemessen die Entscheidung im Schlußdoppel fallen mußte. Fast überflüssig zu erwähnen, daß dies natürlich auch über fünf Sätze ging. Es sah aber zunächst nicht danach aus. Erik und Robert spielten im ersten Satz keinen einzigen Topspin, und Pfleger/Stuhlmacher legten auch im zweiten Satz furios los und schienen ihre weiße Weste im Doppel zu behalten und die Bilanz auf 10:0 zu schrauben. Bei 0:5 hatte ich mir für die Satzpause schon zurechtgelegt, wir würden nun wissen, was wir machen müssen, und das Spiel fange nun erst richtig an. Aber irgendwie haben sie den Satz noch gedreht. Der Dritte ging dann zwar noch weg, weil Erik rein gar nichts getroffen hat, aber im Anschluß boten beide eine saustarke taktische, spielerische und kämpferische Leistung.

Herzlichen Glückwunsch und den unterlegenen Gästen viel Erfolg in der Relegation. War ein Abend, der guten und spannenden Sport geboten hat. Ferner einen schönen Sonntag sowie eine erquickliche Sommerpause.