Wochenendreview 3. und 1. Herren

Am Tag mit dem miesesten Wetter (kalt und regnerisch) seit einem sehr, sehr langen Zeitraum trat die 3. Herren am Samstag um 10.00 Uhr in aller Herrgottsfrühe in Pulsnitz an.
Womöglich wäre es uns besser ergangen, wenn wir zwei Wochen früher bei noch sommerlichen Temperaturen dort gespielt hätten. So wurden wir jedoch buchstäblich kalt erwischt, konnten kein Doppel für uns verbuchen und machten auch in der ersten Einzelrunde nicht den besten Eindruck. Obschon es vom Papier her schlimmstenfalls alles ca. Fifty-Fifty-Matches waren, lagen wir 2-7 zurück, denn lediglich Denis und Francis konnten ihre Einzel gewinnen.
Unglücklich agierte bis dahin Michael, der Doppel und Einzel jeweils 11-9 im fünften Satz verloren hatte. Und von Dima und mir hatte man sich sowohl im Einzel als auch im Doppel zunächst mehr erhofft. Aber Landesliga, sage ich Euch, ist ein hartes Brot. Gut, Oberliga auch, aber da gab es ja zumindest zum Teil Mitspieler, die quasi immer gewinnen. ;)
In der zweiten Einzelrunde lief es dann genau umgekehrt. Denis und Francis unterlagen, so dass am Ende gewissermaßen eine geschlossene Mannschaftsleistung stand, die aber aufgrund des Versagens im Doppel nicht mit etwas Zählbaren belohnt werden konnte und schließlich mit 6-9 aus unserer Sicht endete.

Beim zweiten Stelldichein des Tages in Kubschütz OT Baschütz war es hingegen schön warm in der Halle. Hier starteten wir besser. Für die Gastgeber konnte nur das für die Landesliga recht ordentliche polnische Spitzenpaarkreuz punkten. Alle anderen Spiele gingen mit 3:0 an uns, was zum Break ein 6:3 für uns bedeutete.
Die Polen brachten Kubschütz wieder auf 5:6 heran. Leider hatte der Zähler die Anzeigetafel falsch bedient, und ich dachte, nachdem ich vom Urinieren zurück in die Halle kam, dass Denis 2:0 gegen Piekarek führte und witterte schon eine Sensation. Gegen Piekarek scheint das auch durchaus möglich. Dieser hat vermutlich noch ein höheres Leistungsmaximum als sein Partner im oberen Paarkreuz namens Reliszka aber wohl auch eher mal Schwankungen nach unten. Der junge Pole hingegen spult sein Programm sicher runter und wird sich wohl gegen schwächer einzustufende Gegner selten eine Blöße geben.
Torsten fand gegen Ovecka dann nicht die Mittel. So musste ich bei 6:6 gegen Schumann an Tisch. Nachdem ich im ersten Einzel gegen Ovecka wenig selbst machen musste und das zunächst auch im zweiten Einzel erfolgreich so weiterging, wurde es ein schwieriges Match, als Schumann mir den ersten Satz noch klaute. Ja, aber so ist das mit den neuesten Plastikbällen. Wer sicher schupft und blockt und ab und an auch mal einen schießen kann, hat gegen mich schon gute Karten. So mutete es schon ein wenig wie bei den B-Schülern an, ohne diese beleidigen zu wollen: Es wurde viel geschupft, und wer als erster aufmachte, erzielte noch lange nicht den Punkt.
Dima verfügt ja im Prinzip über Schläge, mit denen er Gegner wie Routinier Fraunheim dreimal 11:4 wenn nicht übler nach Hause schicken könnte. Da er jedoch in der Regel nach dem Prinzip verfährt, es nach einem Fehler beim nächsten Versuch noch härter zu probieren, und gewisse Defizite bei der Vorhersage vorliegen, wieviel Rotation jetzt vom Material kommt, ging es in Satz vier und fünf auch noch mal eng zu. Trotzdem sicherte er schließlich mit 3:1 den achten Punkt.
Nun sahen wir eigentlich Francis gegen Böhme in der Favoritenrolle. Er sich wohl auch. Aber "Winning ugly" nicht gelesen habend oder zumindest die Quintessenz nicht beherzigend spielte er dem Gegner in die Karten und erhielt infolgedessen Bälle, mit denen er gar nichts anfangen konnte. Ein Fehlstart im fünften Satz besiegelte dann schnell das Schicksal.
Im Schlussdoppel wurden Piekarek und Reliszka hingegen ihrer Favoritenrolle gerecht. Punktuell konnten Micha und Denis Akzente setzen, aber am Ende setzten sich die Kubschützer verdient wie souverän durch.
Mit 1:3 Punkten ein durchwachsener Start für die Dritte.
 
Am Sonntag empfing die Erste Schwarzenberg. Im Nachhinein war das aufregendste, ob Michal rechtzeitig das Ergebnis seines Corona-Tests erhielte. Am Sonntag um 9.30 Uhr war es dann endlich soweit. Dabei hätte es seines Einsatzes gar nicht bedurft. Denn bei Schwarzenberg fehlten eben die Tschechen von 1-3. Und Vojtek senior konnte sich nur hinstellen und kampflos abschenken. So waren die Vorzeichen mehr als deutlich und der sportliche Ehrgeiz drehte sich auf beiden Seiten mehr um die Frage, wieviele Sätze die Gäste gewinnen würden. Wir wollten, zumal noch mit Heimvorteil gesegnet, ein besseres Ergebnis erzielen als die Hettstedter am Tag zuvor, die nur zwei Sätze abgegeben hatte. Am Ende standen 36:0 Sätze und 12:0 Spiele nach rekordverdächtigen 89 Minuten. Familie Bergauer ließ dabei zwei Satzbälle gegen Michal ungenutzt und zwei oder drei gegen Jiri.
Szene des Spiels war ansonsten, wie sich Vojtek junior im Match gegen Robert K. nach einem erneuten Rückschlagfehler lauthals aufregte, immer sieben bis acht Aufschläge zu fressen, das kotze ihn an, um dann gleich anschließend als Return einen unhaltbaren Vorhandflipschuss anzubringen, der so manchem Akteur mit 350 bis 450 TTR-Punkten mehr zur Ehre gereichen würde.
Das mit Corona wird den Verlauf der Saison in den höheren Spielklassen noch sehr beeinflussen. Hoffen wir, dass die Saison diesmal regulär beendet werden kann.
Nach einem leichten Auftaktprogramm geht es für die Erste Mitte Oktober mit zwei schweren Auswärtsspielen in Sachsen-Anhalt bei Börde und Hettstedt weiter, die ein erster echter Gradmesser sein werden.