Kantersieg Neun zu Nack im "Heimspielauftakt" - Sonntagskrimi nach Kaltstart in der "Grünen Hölle"

Viele Ungewißheiten gab es vor unserem Samstagsspiel gegen DJK Biederitz.

Werden die Gäste Spitzenmann Kaczmarek aktivieren?
Wie stark ist unser Neuer Dima?
Erholt sich Benno rechtzeitig von seinem Fieberinfekt?
Und überhaupt: Wo spielen wir eigentlich?

In Dippoldiswalde fanden wir Unterschlupf. Und was für einen! Mit Rundumservice inklusive Trainingsgelegenheit am Freitag.Vielen Dank. Sollten wir unser erstes echtes Heimspiel verlieren, müssen wir uns wohl wieder in Dipps einquartieren.



Benno war ausreichend genesen, konnte mitwirken und auch punkten, wenn auch etwas begünstigt dadurch, daß sein Gegner seinerseits gehandicapt war, jedenfalls desöfteren mit leidendem Blick an seine Rippen langte.

Dima ist auf jeden Fall wie vermutet ein guter Mann. Wie stark er wirklich ist, ließ sich jedoch am Samstag noch nicht bestimmen. Das Ende der Fahnenstange ist vermutlich noch nicht erreicht.

Biederitz kam ohne Kaczmarek, was uns eindeutig die Favoritenrolle zuwies.
Daß es aber so deutlich werden würde, konnte keiner ahnen. Es folgte ein 9:1 im Schnelldurchgang in weniger als 2 Stunden. Den Grundstein legten drei Erfolge im Doppel, und nach dem Nachlegen im oberen Paarkreuz fügten sich die Gäste mehr oder minder schnell in ihr Schicksal für diesen Tag. Den Ehrenpunkt ließ ich gegen Osbar zu, was aber auch als normal einzustufen ist. Bißchen ärgerlich allerdings, beim Rückhandelfer, der mich sonst in aussichtsreiche Position zu einer 2:1-Führung gebracht hätte, ein Luftloch geschlagen zu haben. Aber beim Fußball wurden am Wochenende ja auch einige Elfmeter vergeben.

Sonntag früh stand dann das Spiel in Hohenstein-Ernstthal an. Zu diesem hatten schon für ihre Wortgewandheit bekannte Bewohner des östlichen Erzgebirges am Samstag gefachsimpelt, wer denn überhaupt für die Hohensteiner Regionalligareserve den Ehrenpunkt holen sollte. Und auch auf der Hinfahrt witzelte man, wir können dann ja schon für 12:30 Uhr einen Tisch bestellen, aber in Wahrheit wohl wissend, daß es ein schwererer Gang werden würde. Und tatsächlich: Nach einem der kürzesten Matches überhaupt, erlebten wir nun am Sonntag eine der längsten Begegnungen in der "Grünen Hölle", die für diese Bezeichnung allerdings zu kalt ist und mehr an den Eispalast von Prinzessin Elsa erinnerte. Alle drei Doppel waren dafür umso heißer umkämpft und gingen in den Entsscheidungssatz. Diesmal waren jedoch wir es, die 0:3 ins Hintertreffen gerieten. Zum Glück wachten im Laufe des Tages mit Ausnahme des Kapitäns alle irgendwann auf.
In vier knappen Sätzen konnte Benno jedoch zunächst gegen Grossu trotz teilweise guter Chancen das 4:0 für die Gastgeber nicht verhindern. Nun lieferten Carlos und ich uns gegen die Linkshänder auf der Gegenseite die nächsten Fünfsattzspiele. Carlos gelang es dabei aber, nachdem er anfangs von Albrecht regelrecht abgeschossen wurde, ein 0:2 noch zu drehen und 11:9 zu triumphieren. Sehr, sehr wichtig, da ich nämlich ein 2:0 gegen Volek meinerseits nicht verwerten konnte. Dabei überrollte ich ihn zwei Sätze lang inklusive Abdichten von Satz zwei mit Style hinterm Rücken meinerseits. Dann aber spielte er mich besser an und verhinderte, daß ich fast ausschließlich und erfolgreich mit Vorhand agierte und die Ballwechsel kurz halten konnte. Zum Verhängnis wurde mir nun etwas der Anti, für den ich mich mannschaftlich mit dem Rücken zur Wand kurzfristig doch entschieden hatte, dessen es aber nach dem Verlauf der ersten beiden Sätze eigentlich gar nicht bedurft hätte. So kam ich auch im dritten Satz bei 6:10 zurück dank für meine Verhältnisse eher ungewohnt harter direkter Vorhandwinner. Bei 10:10 und 11:11 wollte ich nun im Angsthasenmodus den Anti die ersten Male mit Absicht einsetzen. Das ging aber schief, denn einmal beherrschte der Belag mich statt umgekehrt, und das andere Mal zog der Tscheche nicht wie erhofft drüber, sondern lochte souverän ein. Ob er sich jetzt einfach bewußt oder doch nur unbewußt darauf eingestellt hat, ob ihm da der Plastikball und konkret der sehr spezielle Butterfly G40+ in die Karten spielte oder ob er sich in den letzten Jahren doch etwas auf das Spiel gegen Material eingestellt hat, sind im Nachhinein rein akademische Fragen. Jedenfalls geriet mir der Anti nun zum Nachteil. Er machte nämlich keine einfachen Fehler darauf, und ich selbst konnte nicht sicher damit agieren und war zeitweise recht funktions- und dafür hilflos. Erst in der zweiten Hälfte des fünften Satzes hatte ich mich wieder berappelt. Da war die Messe dann aber auch schon bald gelesen, weil es mir nicht mehr gelang, den Abstand mal auf weniger als zwei Punkte zu verkürzen.
Bei 1:5 bestand aber berechtigte Hoffnung, daß wir auf 4:5 verkürzen und uns wieder ins Geschäft bringen könnten. Dima und Udo besorgten schließlich auch das 3:5 mit etwas und etwas mehr Mühe gegen Seifert und Uhle. Und Erik schickte sich eigentlich auch an, gegen den kämpferischen Grebe zu punkten. Knapper als eigentlich nötig erspielte er sich ein 2:0, gab den dritten Durchgang klar ab, war anschließend jedoch wieder auf der Höhe und obenauf bis zum 10:6, vergab aber insgesamt sechs Matchbälle und hatte im Entscheidungssatz dem entfesselt aufspielenden Hohensteiner nicht mehr genug entgegenzusetzen.
Das obere Paarkreuz führte uns aber wieder heran. Der Big Point kam durch Benno gegen Albrecht zustande mit einer sehr starken durch Sicherheit und auch taktische Disziplin geprägten Vorstellung. Dima stellte im ersten glatten Dreisatzspiel des Tages den Ausgleich her. Wer Volek recht ungefährdet 3:0 abfrühstückt, ist auf jeden Fall ein sehr guter Mann für die Mitte, aber die buchstäblich schweren Brocken und wirklichen Maßstäbe stehen für ihn am kommenden Wochenende in Schleiz auf dem Programm.
Leider konnte ich bei 6:6 gegen Seifert in der Box auch weiterhin nichts Zählbares zum Erfolg beitragen und mußte mich durchziehen lassen. Es war, als würden wir in Jena spielen. Es brauchte zwei Sätze, bis ich einigermaßen klar kam und zumindest Teilantworten auf sein sicheres System fand. Der Satzausgleich war mir allerdings nicht mehr vergönnt, weil er am Ende des engen vierten Satzes im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen traf und ich insgesamt zu (ver)unsicher(t) agierte.
Von Unsicherheit war im unteren Paarkreuz bei Erik und Udo aber nichts mehr zu spüren, so daß sie uns überwiegend ungefährdet jeweils 3:0, das absolute Ausnahmeergebnis an diesem Tag, schließlich das erste Mal in Führung bringen konnten und auf diese Weise zumindest das Unentschieden sicherten. Ein solches wäre angesichts des Verlaufes auch durchaus zufriedenstellend gewesen. Aber nun wollten wir natürlich mehr. Wie sollte es auch anders sein, das Schlußdoppel wurde in fünf Sätzen entschieden. Carlos und Erik lieferten eine starke Vorstellung ab mit etwas Fortune im dritten Durchgang und besiegten schließlich Grossu/Volek.
Happy End für uns, herbe Enttäuschung für Hohenstein II, die aufopferungsvoll gekämpft haben. Sie werden vermutlich nicht so schnell aufstecken und weiter Gegenwehr leisten, es aber nun trotzdem sehr schwer haben im Abstiegskampf. Im Prinzip fällt für sie Ende Oktober in ihrem nächsten Match in Biederitz bereits eine Vorentscheidung.
Wir hingegen haben das schöne, aber seltene Vergnügen, eine Woche als Tabellenführer verbringen und nächsten Samstag zum "Spitzenspiel" zum Tabellenzweiten Schleiz reisen zu dürfen. Das Tabellenbild trügt jedoch, da wir bisher nur gegen Teams gespielt haben, die sich am Ende mit ziemlicher Sicherheit in der unteren Hälfte wiederfinden werden, während die Schleizer sich zum Beispiel schon im echten Spitzenspiel gegen Börde Magdeburg behaupten mußten.
Naja, mal sehen, die Hohensteiner haben es ja vorgemacht, wenn auch zuhause, wie man einen favorisierten Gegner wenigstens ärgern kann.