Hinrunde 2017

Irgendwo schimmelt auf irgendeinem USB-Stick noch ein zu drei Vierteln fertiggestellter Bericht vor sich her, der die Hinrunde 2016 zusammenfaßt und die ersten Geschehnisse der Rückrunde 2017 anreißt. Und es gab durchaus das ein oder andere, was das ein oder andere Wort verdient gehabt hätte. Das gilt auch für die Mitteldeutschen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren. Dazu will ich mich aber nun nicht mehr ausführlich äußern. In Richtung Holzhausen nur so viel:  Wenn ich den damals in der Frühstückspause erstellten Strategiezettel zum Aufstellungspoker noch finde, stelle ich den hier für Euch noch mit ein. Und das Schreiben, dessen in Dresden auch noch andere Leute mächtig sind, habe ich auch nicht verlernt. Zum Beweis nun ein Rückblick auf die Hinrunde 2017 in der Mitteldeuschen Oberliga der Herren.
Wir waren im Frühjahr zu dem Schluß gekommen, daß sich der Aufwand für und mit Dima nicht lohnt, und verpflichteten zweimal M.S. Als Ersatz für Dima aus der Schleizer Konkursmasse Sportfreund Michal Spalek, der herausragende Ergebnisse erzielt hatte. Und mit reichlich Lust auf Tischtennis kam noch Manuel Scholze mit an Bord. So verstärkt wollten wir mal schauen, ob wir, wenn alle fit sind und bleiben und die Doppel gut laufen, um den zweiten Platz würden mitspielen können. Den ersten Platz hatte nach der Wechselbörse Beendorf, der Aufsteiger aus Ostfalen, schon ziemlich sicher gebucht, nachdem sie ihr Team, das die Verbandsliga Sachsen-Anhalt dominiert hatte und das auch so in der Oberliga vorne in der Verlosung mit dabei gewesen wäre, noch mal komplett ausgetauscht hatten. Um es vorweg zu nehmen, die Doppel liefen recht ordentlich. Ansonsten gestaltete es sich nicht so optimal, wie es hätte sein müssen, um mehr als den derzeitigen Rang 4 zu bekleiden. Carlos spielt erneut überragend, hatte nur gegen Ali in Beendorf ein wenig Pech, daß es mit dem Satzausgleich zum 1:1 nicht geklappt hat. Und er verlor Anfang Dezember in der Begegnung mit Gornsdorf nach 2:0 gegen Kabelka die Konzentration. Benno kam allerdings anfangs nicht so richtig in Tritt und er wirkte angesichts der Belastungen, welche das neue Leben und das Training in Düsseldorf mit sich bringen, im Herbst sehr sehr müde und kraftlos. Auch Michal konnte nicht nahtlos an die Leistung der vergangenen Saison anknüpfen und erwischte einen Fehlstart. Als er sich wieder gefangen hatte, bremste ihn im November ein Wehwehchen an der Hüfte aus. Manuel harmomierte gut im Doppel mit Carlos, hatte im Einzel aber natürlich zunächst auch den erwartet schweren Stand an Position 4, bis er zwei Einzel hintereinander eintütete. Dann folgte aber eine wegen Umzugs geplante Wettkampfpause, die sich allerdings wegen Verletzung am Ellenbogen stark ausdehnte und bis ins neue Jahr hineinreichen wird. Somit mußte der Kapitän und Chronist viel öfter, als es allen Beteiligten außer den Gegnern lieb sein konnte, in der Mitte antreten, wo er überwiegend eher wie ein Statist wirkte. Unten agierte Udo solide, ohne ergebnistechnisch besondere Glanzlichter setzen zu können, während Erik häufig als Nummer 6 zum Zuge kam. Einmal ging auch Andriy für uns an die Oberligatische, als es bei Erik nicht paßte. Ja, wer kann schon einen Top-16-Spieler als Ersatzmann aufbieten? Dank an dieser Stelle an Jakob und Valentin, die die Tour nach Beendorf mitgemacht haben. Selten genug, daß Valentins Gegner ein breiteres Kreuz hat als er selbst wie dort geschehen. Vielleicht hatte der Einsatz ja auch seinen Anteil daran, daß Mindergasov Junior plötzlich wieder Lust zum Training hat und man ihn zu den unmöglichsten Zeiten mit dem Vater in der Halle vorfindet.
Wir starteten mit 9:7 mit etwas Mühe gegen Schlotheim, deren Truppe sich abermals verändert hat, in der Novotny und Koch die einzigen Konstanten über die Jahre bilden. Benno und die neue Mitte stachen nicht. Das neue Einserdoppel Carlos und Manuel sicherte die zwei Punkte. Schlotheim geriet anschließend jedoch ins Trudeln, da der starke Linkshänder und Abwehrer Arkhipov an Position 3 nach fünf Begegnungen, die allesamt ins Schlußdoppel gingen, und 5:5 Punkten nicht mehr zur Verfügung stand. In der Konstellation ist Schlotheim kaum noch konkurrenzfähig, da sie von 4-6 eigentlich kaum ein Einzel gewinnen können und wenig Chancen auf ein 2:1 nach den Doppeln haben. So war das beste Ergebnis seitdem ein 4:9 zuhause gegen das Schlußlicht aus Annaberg. Wenn Arkhipov weiter fehlt, ist Schlotheim mehr als sehr stark gefährdet.
Wir erhielten dann im darauffolgenden Gastspiel in Altenburg den Dämpfer, indem wir 8:8 verloren. Nach einem 3:0 nach den Doppeln will man eigentlich beim Aufsteiger, dem bis dato auch ein wenig das Pech am Schläger klebte, gewinnen. In der Mitte aber spielten die Altenburger sich aus der Krise. Zwar fuhr auch Manuel gegen Voigt seinen ersten Einzelsieg ein, aber Benno und Michal blieben weiter erfolglos. Dennoch hätten wir auch abermals wieder den Hals aus der Schlinge ziehen und 9:7 gewinnen können, aber sieben Matchbälle im Schlußdoppel reichten nicht. Auch der von mir - wie sagt "turboblock" immer - antizipierte, vorher- und angesagte Fehlaufschlag von Voigt bei 10:10 nutzte uns nichts.
Wir erinnern uns an die Reli vor zwei Jahren, als Altenburg in Dresden 3:0 führte nach den Doppeln. Eingedenk dessen, daß wir damals noch 9:5 siegten, können wir mit dem Remis vielleicht noch ganz zufrieden sein. Klar war aber auch, daß wir in dieser Form mit dem Abstieg wohl nichts zu tun haben werden, aber die Trauben, die Beendorf übrig läßt, auch zu hoch für uns hängen würden.
Gegen Börde Magdeburg folgte dann ein hoher Sieg mit 9:1. Für die Magdeburger wird es eine schwere Saison. In der Mitte fehlt Gummiwand Langele, und Abwehrer Schüttig hat nicht den Lauf von letzter Saison. Zudem erzielt Kostadinov, vor zwei Jahren noch mit zu den stärksten Spielern gehörend, mittlerweile nur noch eine durchwachsene Bilanz. Börde sollte schauen, daß Ergänzungsspieler Mechau auch wieder zu alter Stärke zurückfindet und viel mit von der Partie ist. Dann könnte der Klassenerhalt gelingen.
Ende Oktober machten wir uns auf nach Beendorf am Wochenende mit den Megastaus. Zum Glück hatte sich der 60km lange Stau auf der A4 mit Rückstau auch auf die A14 dann wieder halbwegs erledigt, als wir auf der Rückfahrt am Nossener Dreieck ankamen. Dabei hatten wir nicht besonders lange gespielt, aber immerhin mit 3 Punkten durch Carlos, Michal und deren Doppel den Gastgebern so viel abgeluchst, wie es bis dahin noch keiner Mannschaft gelungen war. Mehr war nicht drin, da Manuel und Udo passen mußten und mit den oben bereits bedachten Valentin und Jakob auch nicht die stärksten Ersatzleute zur Verfügung standen. Ganz davon ab, daß es gegen Beendorf ohnehin nur in Bestbesetzung und bei optimalen Verlauf zu etwas Zählbarem hätte reichen könnte.
Zwei Wochen später konnte am Samstag Biederitz mühsam 9:6 in Schach gehalten werden. Am Sonntag trennten wir uns gegen Jena II das dritte Mal in Folge 8:8. Zum Glück konnten wir uns dieses Mal im Schlußdoppel schadlos halten. An diesem Wochenende liefen die Eingangsdoppel nicht gut für uns.
Umso überraschender, daß wir auf unserer Tour in den Harz eine Woche später in Blankenburg 2:0 in Führung gehen konnten und Udo und mir im dritten Doppel fast das Abdichten vom 3:0 gelungen wäre. Vor allem dank der starken Performance von Carlos und Michal hatten wir auch lange noch Siegchancen, mußten uns aber schließlich mit einem 8:8 begnügen. Das war ein schöner Erfolg, den Blankenburgern den ersten Minuspunkt beibringen zu können. Besondere Vorkommnisse: Erik killt mindestens sechs der Joola-Kugeln mit Kantentreffern. Carlos diskutiert im Schlußdoppel mit dem OSR über die deutsche und internationale Regelauslegung zu Bällen, die während des Ballwechsels kaputtgehen. Udra, wobei das ja dann noch nichts so Besonderes zu sein scheint, pampt am Tisch Michal an, so daß ich mir auf der Bank kurz Sorgen mache, wie es um das weitere körperliche Heil unseres Kollegen bestellt bleiben wird. Dann besinne ich mich aber darauf, was Michal beruflich macht und entspanne mich wieder, da ich zu dem Schluß komme, er wird sich zur Not zur Wehr setzen können, auch wenn Udra riesig und ebenso muskulös ist. Sollte Manuel zum Rückspiel nicht wieder fit sein, setzen wir statt Erik Andriy ein, um unsere körperliche Unversehrtheit besser absichern zu können. Das anschließend genutzte Hotel in Hettstedt war ganz angenehm, die Spielbedingungen weniger, was allen voran an den Bällen lag. Dennoch hielten wir die Partie lange offen. Knackpunkt war, daß bei 5:5 Benno und Michal jeweils knapp in 5 Sätzen verloren. Ärgerlich, daß es Michal wieder in der Seite zwickte und er ein 2:0 gegen Pazdyka nicht nach Hause bringen konnte. Ärgerlich auch, daß es einen Fehler in der Stromzufuhr gab und somit die letzte sehr attraktive Hälfte vom Match zwischen Sirokijs und Benno nicht aufgezeichnet werden konnte.
So stand ein 5:9 zu Buche. Da sind wir sehr motiviert, diese Scharte im Rückspiel an heimischen Tischten wieder auszuwetzen, zumal daran auch der dritte Platz hängt, den die Hettstedter nun mit einem Punkt Vorsprung vor uns halten.
Konsterniert angesichts der Aussicht, daß sich Bälle dieser Bauart in Zukunft wohl flächendeckend durchsetzen werden, kramte ich alte Hölzer raus und besuchte den örtlichen Dealer für neue Beläge. Bei den Bezirksmeisterschaften wollte ich das neu zusammengestellte Material testen. Der Plan ging nicht so gut auf, denn sonntags stellte ich erst früh in der Halle fest, daß die Veranstaltung mit Zelluloid und nicht mit Plastik ausgetragen wurde.
Beim nächsten Heimspiel mit dann nochmals umgeklebter Zusammenstellung blieb ich tatsächlich ohne Satzverlust. Das lag wohl aber mehr an den Gegnern denn an mir. Jedenfalls war es günstig, weil die Partie gegen Gornsdorf ganz eng verlief. Kabelka oben und Haustein unten hatten daran mit jeweils zwei Einzelsiegen großen Anteil.
Zum Match in Annaberg hatte ich ja schon ein paar Zeilen geschrieben.
Bleibt nur der Ausblick. Wie der designierte Meister heißt, ist klar. Und solange sie es nicht machen wie die Schleizer letzte Saison, werden sie es auch werden. Wir können noch versuchen, Platz 3 anzugreifen. Ob das gelingen könnte, hängt vor allem davon ab, wann und wie gut Manuel wieder in Schwung kommt.
Der Abstiegskampf ist deutlich spannender. Annaberg ist nun zwar in der Liga angekommen, aber sie werden vermutlich auf einem Abstiegsplatz bleiben. Ich denke, Arkhipov wird nicht mehr für Schlotheim auflaufen. Daher wird es auch Schlotheim treffen. Meiner Meinung nach wird sich Gornsdorf halten, und den dritten Absteiger machen Biederitz und Börde unter sich aus. Bei Börde sehe ich noch Verbesserungspotential, so daß ich sie im Vorteil sehe. Biederitz könnte andererseits noch Z. Kaczmarek als Joker ins Feld führen, um ein paar Punkte zu hamstern.
Frohe Weihnachten und guten Rutsch!