Sieg bei Börde Magdeburg

Der Frühling hat ja an der Tür wieder kehrtgemacht, und der Winter kam noch mal rein. So erwiesen sich im Nachhinein die An- und Abreise anläßlich des Gaststpiels bei Börde Magdeburg als die größten Hürden. Kurz vor Leipzig wurde auf der Hinfahrt ernsthaft überlegt, ob das alles Sinn und Zweck hat, denn dort war wegen Schneeverwehungen teilweise die Sicht schlecht, bereits geräumte Abschnitte wieder voller Schnee und das ein oder andere Auto stand rechts auf dem Standstreifen und das zumeist in falscher Richtung. In Leipzig und Halle waren die Bahnhöfe geschlossen, und überhaupt wurden für Sachsen-Anhalt diverse Straßensperrungen sowie Behinderungen durch querstehende LKW auf der A14 durchgegeben.

Nach Leipzig, wo die Besucher der Buchmesse jeweils die rechte Spur kilometerweit blockierten, kam jedoch die Sonne raus. Die Staus befanden sich in der Gegenrichtung, und wir gelangten sicher nach 2 Stunden und 55 Minuten pünktlich kurz vor 13.00 Uhr zum Spiellokal. Dieses wartete zu unserer Freude mit einem schönen neuen Fußboden auf, wo doch das alte Geläuf schon schwer bespielbar gewesen war. Die Geschichte der Begegnung ist recht schnell erzählt. Carlos und Michal siegten recht deutlich. Die anderen beiden Doppel waren davon geprägt, daß wir Dresdner in der Konstellation aus Satz eins und drei im Vorteil waren, während die Gastgeber in Durchgang zwei und vier besser standen. Im fünften Satz konnten wir jedoch den anfänglichen Vorteil nach dem Seitenwechsel ins Ziel retten. So stand es 3:0 für uns, und spätestens nach dem 5:0, welches Carlos und Benno oben besorgten, fanden sich die Magdeburger, was das Mannschaftsspiel anbelangt, bereits mehr oder minder mit ihrem Schicksal ab. Es folgten jedoch noch ein paar nette Spiele vor allem im oberen Paarkreuz. Auch Michal gegen Abwehrer Schüttig bot ansehnliche Bälle. Wie zu erwarten, blieb Michal siegreich. Überraschend konnte ich auch Mann 3:1 schlagen, so daß wir bald schon mit 7:0 in Front lagen. Im unteren Paarkreuz konnten die Gastgeber allerdings Ergebniskosmetik betreiben. Erik mit guten Schlägen, aber in den wichtigen Momenten doch mit zu vielen Fehlern unterlag Richard Köhler in fünf Sätzen. Udo führte mit 2:0 gegen Christ. Im dritten kam dieser besser ins Spiel und stellte den Satzanschluß her. Ein ärgerlicher und immer unlockerer werdender Udo traf kaum noch einen Ball, während Christ nun obenauf sein erreichtes Niveau hielt, was den Sicherheitsaspekt betraf, und schließlich auch noch zwingendere Offensivaktionen als zuvor einstreuen konnte. Carlos geriet gegen Kostadinov in Not, weil er den ersten Satz verpennte und diesen dann nicht mehr drehen konnte. Den zweiten Satz gewann er hauchdünn und stellte nun fest, daß sein Holz angebrochen war und massiv wackelte. Er traute sich fortan das Drehen nicht mehr und führte auf diese Tatsache am Ende seinen Sieg zurück, daß er gezwungen war, sich zu konzentrieren und sicher und kontrolliert zu agieren. Benno mühte sich zwischendurch auch etwas gegen Jens Köhler, besorgte aber dann doch den Schlußpunkt zum 9:2. Da Mann zeitweise gegen Michal besser traf als gegen mich, in einem Einzel, welches schließlich nicht mehr in die Wertung einging, kamen mir auch wieder Zweifel und ich war etwas hin- und hergerissen. Eigentlich fand ich einen deutlichen Sieg ganz gut und hatte meinen Schläger schon weggepackt. Anderseits war in unsere Richtung auf der A14 immer noch Vollsperrung gemeldet. Und wenn man schon mal da war und extra mit der Mördersäge trainiert hatte, wäre ein Match gegen Abwehr auch recht nett. Doch wenn ich wirklich noch mal ran müßte und verlöre, stände es 8:5. Köhler punktet vermeintlich gegen Udo, und spätestens für Erik wäre es dann ein Zitterspiel. So erschien mir das 9:2 doch als guter Ausgang. Nach gemütlichem Duschen usw. wäre sicher auch die A14 wieder frei. Die mittlerweile eintrudelnden Gornsdorfer Tschechen wußten aber Gegenteiliges zu berichten, ebenso die Verkehrsmeldungen.
Kriegen die da den LKW nicht weg. Da steckt doch bestimmt der Putin dahinter. So entschieden wir uns also für die Bundesstraße, und ich kam mal durch Dessau. War ich vorher noch nie. Sieht ganz annehmbar aus. Leider kein Fast Food auf der Route, die uns das Navi wies. Über die A9 ging es weiter nach Leipzig und wieder auf die A14. Die war dann übrigens mittlerweile endlich mal wieder frei nach insgesamt ca. 7 Stunden. Die dann wieder rollenden Massen holten wir kurz nach Döbeln ein, wo sie uns noch ein paar Minuten kosteten. Nach fast vier Stunden war ich schließlich wieder zuhause. Der Auflauf im Ofen hatte zum Glück noch Restwärme. Michal brauchte dann noch mal zwei Stunden länger und hatte am Samstag sage und schreibe elf Stunden am Steuer verbracht.
So erwarten wir am Samstag um 13.00 Uhr die Blankenburger zu unserem Saisonfinale. Nach ihrer Niederlage gegen Beendorf, die scheinbar finanziell wieder im Geschäft und nach Flaute im Feburar auch auf FB wieder aktiv sind, ist das Match für beide Teams relativ bedeutungslos. Wir versuchen jedenfalls, unseren Punktgewinn aus der Vorrunde zu wiederholen, um auch Benno bei seinem (vorerst?) letzten Auftritt im Mitte-Trikot würdig verabschieden zu können.