Erneutes Unentschieden

Nach dem Punktgewinn in Magdeburg erreichten wir zuhause auch gegen Zella-Mehlis ein Unentschieden. Zwar lagen wir auch hier zunächst zurück, ansonsten hatten die beiden Spiele nicht viel gemein. Denn neben dem Umstand, daß wir plötzlich tatsächlich noch Aussicht auf zwei Punkte hatten, verliefen auch die einzelnen Matches wesentlich spannender, so daß sich ein langer Fight ergab. Und zumindest oben und in der Mitte wurde zudem noch sehr guter Sport geboten, der mehr als die diesmal mageren 10 Zuschauer verdient gehabt hätte. Mit dafür verantwortlich waren nicht zuletzt die beiden polnischen Abwehrspieler der Gäste, die in der Mitte aufliefen.

Wegen derer hatte ich auch wieder mal meine Kamera ausgegraben, aber das mit Aufnahmen gegen Zella-Mehlis steht unter keinem guten Stern. Zum Saisonauftakt letztes Jahr mußte ich feststellen, daß das Netzteil defekt war. In der Rückrunde trennte irgendwer unbemerkt die Stromversorgung. Und heuer konnte ich trotz halbstündiger Suche das Stativ nicht mehr finden. Und gegen die provisorische Konstruktion ist irgendjemand gerammelt. Daher wurde eine ganze Zeit lang die Hallendecke im Bild festgehalten.

Bei den Gästen fehlte die Nummer 1, die bisher jedoch auch noch nicht überzeugen konnte. Das schwächte das Team jedoch natürlich vor allem im unteren Paarkreuz. Mit Ausnahme von Bykau präsentierten sich die Thüringer aber von den Positionen 1 bis 4 bärenstark. So standen nach der ersten Einzelrunde wieder mal nur die üblichen Siege von Doppel 1 und Carlos zu Buche, diesmal wenigstens ergänzt durch einen ungefährdeten Erfolg von Udo gegen Kreuz. Gerade die Niederlagen in der Mitte schmerzten, da beide mit 2:1 führten. Insbesondere Michals Niederlage gegen Murawski war bitter, da er beim 15:17 im vierten Satz ingesamt fünf Matchbälle liegen ließ. Sagen wir vier, einen "wehrte" der Gegner  aus aussichtsloser Position mit einem Kantenball "ab". Während Jiris Gegner Dzikowski eine dagegen geradezu langweilige moderne Abwehr spielte, stimmt die Beschreibung spektakulär zu Murawski, der allerlei Kabinettstückchen im Repertoire hat. Da er auch die Ballonabwehr recht gut beherrscht, kann ich nur drei Kreuze machen, daß er in die Mitte aufgerückt ist und nicht unten aufschlagen konnte. Selbst Michal wirkte zwischendurch konsterniert und war aus der Puste.

Beim Stand vom 3-6 schlug jedoch unsere Stunde. Carlos gewann die ersten beiden Sätze knapp gegen Wasylkowski, dabei im zweiten Satz ein 6-10 auf 12-10 drehend, und konnte dem starken Polen so den Zahn ziehen und ihm die erste Saisonniederlage beibringen. Patrik gewann gegen den in der tiefen Vorhand anfällig wirkenden Bykau in drei knappen Sätzen. Und in der Mitte nahmen Michal und Jiri jeweils in vier Sätzen Revanche. Dabei kam der knappe Sieg von Jiri etwas unvermittelt, wurde aber gern genommen. So lagen wir also mit 7:6 vorn und potentiell auf Siegkurs. Udo machte ein Riesenspiel gegen Urbanski. Die ersten vier Sätze gingen alle in die Verlängerung. Leider lag Udo dabei 0:2 zurück, und am Ende fehlte nach der Energieleistung, die den Ausgleich noch ermöglichte, etwas die Kraft, so daß sich der höher zu handelnde Spieler noch durchsetzen konnte. Ich sah gegen Kreuz nach zwei Sätzen wie der sichere Sieger aus. In allen drei noch folgenden Sätzen führte ich jedoch mit Ausnahme von 4-3 im Entscheidungssatz nicht einmal, sondern lief vor allem in Satz drei und vier immer hinterher, um doch jeweils noch mit 9-11 zu verlieren. Kreuz traf dann immer besser und im fünften Satz dann auch drei Bälle, die ihm zuvor nicht gelingen wollten. Daher war im fünften Satz schließlich auch enttäuschenderweise bei acht Punkten für mich Schluß.

Mit viel Mühe wahrten Carlos und Michal aber auch diesmal ihre weiße Weste und sicherten uns in fünf Sätzen wenigstens einen Punkt.

Als nächstes stellen sich mit Zeulenroda und Jena II zwei weitere Thüringer Teams bei uns vor. Der ein oder andere Sieg stünde uns dabei gut sehr zu Gesicht, zumal es sich um zwei Mannschaften handelt, die in der Endabrechnung auch nicht um die vorderen Plätze mitspielen werden, sondern zu dem großen Pulk dahinter gehören, aus dem man schnell in die Abstiegszone abrutschen kann.