Weihnachtswunder

Entgegen alle Erwartungen fuhren wir im letzten Spiel der Hinrunde zwei Punkte gegen den Tabellenführer aus Hohenstein-Ernstthal ein. Diese sind ob ihrer Unverhofftheit umso mehr Balsam für die von der Abstiegsangst angefressenen Seele.

Die Gäste mußten auf ihre Nummer Eins Koschmieder verzichten, der in der ersten Mannschaft in der dritten Liga zum Einsatz kam. Wir verzichteten freiwillig auf Patrik und Jiri, weil wir uns rein gar nichts ausgerechnet hatten. Aber es bleibt eben eine verrückte Liga. Irgendwie plätscherte die Begegnung so dahin, die meisten Spiele waren deutlich, aber die engen Breaks fielen zumeist für uns, was am Ende den Ausschlag gab. Das waren vor allem das Doppel 3, welches die diesmal zum Einsatz kommenden Robert und Nadeem 11:9 im Entscheidungssatz gegen Grossu/Zimmermann eintüten konnten, sowie Roberts Sieg in fünfen gegen Kaulfuß. Erfolge, die wir weiterhin nicht unbedingt auf dem Zettel hatten waren jener von Michal gegen den noch routinierteren Cecava und der von Nadeem gegen Grossu, wobei mit Grossu an diesem Tag eher angeschlagen erschien. Oder er war noch so frustiert von seinen letzten Auftritten bei uns und hat gar nicht realisiert, daß wir mittlerweile auch mit den Andro-Bällen der neuesten Generation spielen. Für die Hohensteiner bleibt dies von ihren Kugeln kommend freilich weiterhin eine Umstellung. Jedenfalls katapultierte uns dieser Verlauf zu einer Führung von 6:3 nach der ersten Einzelrunde, nur Udo und ich in die Mitte aufgerückt und gegen das Doppel Eins traten als Punktelieferant auf.
Carlos erhöhte gegen Cecava auf 7:3. Das Match lief auch unproblematischer als erwartet. Zwar hatte Cecava tatsächlich relativ wenig Probleme mit dem Service und fuchste sich auch so ein bißchen rein, aber mit dem Anti kam er bis zum Schluß nicht gut zurecht. So verlor Carlos den dritten Satz auch mehr aus Gründen der Nachlässigkeit. Man sollte allerdings noch erwähnen, daß Carlos vor allem in den ersten beiden Sätzen reichtlich Nasse hatte.
Nun schlug der Tabellenführer aber erstmal zurück. Baron fertigte Michal 3:0 ab ("Seit 25 Jahren ich spiele gegen Baron, habe noch nie gewonnen, immer verloren."). Auch von Udo ließ sich Daunarovich eine blütenweiße Weste nicht beschmutzen und schloß die Hinrunde mit 16:0 in der Mitte ab. Mir sollte trotz Satzball auch gegen Zimmermann wieder kein Satzgewinn vergönnt sein. Doch Robert schickte sich an, gegen Grossu 2:0 in Führung zu gehen. Dieser konnte sich dann aber doch noch mal entscheidend steigern und die Partie bei 7:7 ausgleichen. Nadeem behielt aber beim 3:1 gegen Kaulfuß die Nerven, und anschließend fertigten Carlos und Michal das eigentlich auch nicht ganz schlechte Doppel Cecava/Daunarovich ganz souverän 11:7, 11:2 und 11:4 ab. Da war er endlich, der viel beschworene und viel geliebte Sieg mit 9:7.
In der Konsequenz bleibt Hohenstein-Ernstthal II aufgrund des besseren Spielverhältnisses Erster vor Zella-Mehlis, während wir punktgleich mit und zwischen den anderen beiden Landeshauptstädten noch halbwegs solide auf dem sechsten Platz überwintern mit zwei, drei und fünf Punkten Vorsprung vor Gornsdorf, Zeulenroda und Burgstädt respektive.
Wie es im neuen Jahr weiter geht, müssen wir im wahrsten Sinne des Wortes mal sehen, stehen wegen des Umstands, daß in der Rückrunde Nadeem Stammspieler sein wird ein paar Spielverlegungen an.
In jedem Fall allen eine schöne Jahresendzeit.