Saisonauftakt in Sachsen- und Oberliga

Hoffentlich gibt es in dieser Saison dann auch einen korrekten Saisonabschluss und nicht wieder einen Abbruch. Sportlich sind die Vorzeichen wohl relativ klar.
Während die Erste in der Oberliga vermutlich um die vorderen Plätze mitspielen wird, muss die Zweite kleinere Brötchen backen, sich eher im unteren Drittel orientieren und genügend Punkte gegen den Abstieg hamstern. Am schwersten wird es von den überregionalen Teams sicherlich in dieser Hinsicht für die dritte Mannschaft. Der Zweiten jedenfalls soll Michal helfen, indem er auch das ein oder andere Match in der Sachsenliga betreiten wird.


Auf der samstäglichen Anfahrt zum Doppelspieltag nach Leipzig war er mit dabei, und wohl daher gab es auch Stimmen, die meinten, 4:0 Punkte zum Auftakt wären doch ganz günstig. Ich für meinen Teil hatte schon potentielle 2:2 Punkte aus dem Wochenende für zufriedenstellend gehalten. Am Ende holten wir einen Punkt, mit dem man einerseits angesichts der Tatsache, dass Holzhausen II ohne Lev spielte, nicht zufrieden sein wöllte, andererseits nach dem Spielverlauf doch zufrieden sein musste.
Denn Michal, direkt aus dem Urlaub angereist, machte keinen Punkt im Einzel. Damit konnte man nicht unbedingt rechnen.  Auch Andriy könnte natürlich ein 6:2 im fünften Satz gegen den älteren Schmiedecke nach Hause bringen. Von meinen vergebenen Satzbällen im ersten und zweiten Durchgang gegen Schmidt und der fickrigen Vorstellung will ich gar nicht erst anfangen. Der zweite Urlauber jedoch, Raphael, hielt sich in der Mitte schadlos. Und Moritz, erkältungstechnisch angeschlagen, mühte sich auch zu zwei Einzelsiegen. Besonders wichtig war natürlich, dass er das 0:2 gegen Schmidt noch drehte. Dieses einzige eher so ein bisschen von uns geklaute Spiel brachte uns überhaupt in die Position, im Schlussdoppel noch um einen Punkt spielen zu können. Das gelang der spontan gebildeten Formation Michal/Robert dann nach Anlaufschwierigkeiten noch recht souverän mit 3:1, zumal Neck nicht mehr ganz an seine starken Leistungen aus den Einzeln anknüpfen konnte. Anerkennend mussten wir feststellen, dass die jungen Leute in Holzhausen offensichtlich fleißig trainieren. Es scheint so, als würden ihnen leider die Leutzscher diesbezüglich in nichts nachstehen, sondern sie gar noch überflügeln. Görke haute noch mal ein bisschen doller dran, war dabei mit Rückhand über dem Tisch sehr stark. Geht in der Form aber auch nur mit den neuen Plastebällen. Beeindruckender allerdings noch mal die Quote von Huszti beim Eröffnungsball mit Vorhand. Ich habe keinen einzigen Fehler gesehen. Wobei ihm hier der Plasteball wiederum fast zum Verhängnis wurde, weil Robert die mit nicht perfekter aber doch sehr hoher Quote vernichtend gegenschrödern konnte. Robert verlor dann aber doch, als Huszti dazu überging passiver zu spielen und Robert die Fehler bei den vermeintlich einfachen Bällen machte.
Nach dem 0:3 aus den Doppeln war die Messe jedenfalls recht schnell gelesen. Ehrenpunkte kamen nur durch Michal gegen Huszti, Raphael gegen Mund und Moritz gegen Berger. Besonders unglücklich verlief der Abend für Udo, den wir wegen des Load Managements in Holzhausen noch geschont hatten und der in Leutzsch dreimal mit 2:3 als Verlierer vom Tisch ging.
Doppel und das erste Einzel gingen mit jeweils zwei Punkten im fünften Satz weg. Und Görke ließ phasenweise jedweden Respekt oder auch Gnade vermissen. Ranhauen tut auch Ngwe in der Mitte und bringt Farbe ins Spiel. Und "Krusty", jetzt neue Nummer Eins der Füchse, lässt ja auch gelegentlich mal einen gucken. Wenn er stöhnt allerdings, sind sie immer langsam und leer.

Am Sonntag sahen wir dann aber zum ersten Spiel der Ersten auch noch mal härtere Schläge. Neu sind die Viererteams, und neu bei uns ist Andras Turoczy, von allen nur Turo* genannt, auf Position zwei. Und auf Touren kommt er auch. Im oberen Paarkreuz der Gäste aus Zeulenroda langen Vesely (schon alter Bekannter) mit Vorhand und Urbanek (für uns auch neu, aber alter Kumpel von Michal aus Tschechien) mit Rückhand auch ganz schon hin. Aber Carlos und Turo hielten sich schadlos. Nur Turo hatte stellenweise Mühe mit Urbanek und siegte "nur" 3:1. Zu den vier Punkten vorne gesellten sich ein Doppel und zwei Siege gegen Heß. Zeulenroda hatte u.a. mit zwei Doppelerfolgen am Samstag die Jenaer Vertretung geschockt. Daher stellten wir in der Annahme, dass sie wie am Vortag antreten, am Sonntag die vertrauten Carlos und Michal auf zwei, um zumindest einen Punkt aus den Doppeln recht sicher zu haben. Turo und Nadeem müssen sich noch finden und hatten nur im ersten Satz gegen Vesely/Urbanek Chancen. Zwei Einzelzähler markierte Altmeister Cecava für die Gäste. Insbesondere im fünften Satz gegen Michal blitze es noch mal auf vor allem mit der Vorhand. Michal selbst machte aber gar kein ganz schlechtes Spiel und war im Vergleich zum Samstag schon wesentlich verbessert. Gut, dass er es gegen Heß noch gewonnen hat, auch wenn der Gesamtsieg bereits feststand. Mit etwas Training wird die Sicherheit im Rückschlag und bei der Vorhand schon wieder kommen, und dann geht bei Michal viel von alleine.
Da das Motto mit dem 9:7 nun nicht mehr so geht und auch ein "Warum sind wir hier? Für Siege 6:4!" etwas konstruiert wirkt, haben wir Peter Mühlbachs alten Spruch mit der Bitte für den Sieg an Dresden-Mitte recycelt. Das möge seine Fortsetzung finden am kommenden Samstag, an dem zwei sächsische Derbys gegen Holzhausen I und Schwarzenberg anstehen. Man darf grundlegend recht optimistisch sein, wobei einiges davon abhängt, mit welcher Aufstellung die Leipziger antreten werden.

*Nun ist er kein Korse, vielleicht auch inspiriert vom Blick auf das Völkerschlachtdenkmal auf der Fahrt von Holzhausen nach Leutzsch, aber ich finde, Napoleon wäre auch ein passender Spitzname für Turo. Denn ein kleiner Stratege scheint er mir auch zu sein. Es dauert hoffentlich eine Weile, bis er ein Waterloo bei uns erlebt.

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